BfO-Chef im Bundesvorstand der Freien Wähler

Schulz wird stellvertretender Bundesvorsitzender

OP-Online 09.10.15 - 02:59

Obertshausen - Von der Kommune zum Land und höher: Der Fraktionschef der Bürger für Obertshausen (Bfo), Rudolf Schulz, ist in Geiselwind zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Freien Wähler bestimmt worden. Rudolf Schulz ist gerade unterwegs, die Freisprechanlage rauscht. Nach Sachsen geht es, zum dortigen Landesvorstand der Freien Wähler. „Ich bin jetzt sowas wie der Innenminister“, erklärt der 59-Jährige seinen neuen Posten als Bundesvorsitzender. Bei der entsprechenden Versammlung in Geiselwind setzte er sich gegen drei Gegenkandidaten durch. 90 Delegierte durften mitentscheiden, Schulz erhielt in beiden Urnengängen jeweils über 60 Stimmen. Somit ist er einer von vier Stellvertretern des Bundesvorstandschefs Hubert Aiwanger. Er verdeutlicht: „Meine Aufgabe ist, Sprachrohr für die Landesvorsitzenden zu sein.“

Auswirkungen auf die Kommunalpolitik in Oberts-hausen hat die zeitlich anspruchsvolle Aufgabe aber nicht. „Bei den ,Bürgern gibt’s ja nicht nur mich“, sagt Schulz. Schließlich sei er auch schon seit Jahren Landesvorsitzender der Freien Wähler Hessen und mit Multitasking bestens vertraut. Die Verantwortung verteile sich auf vielen Schultern. Außerdem sei nach der Kommunalwahl im nächsten Frühjahr ein politischer Generationswechsel in Obertshausen geplant. „Wir warten aber die konkreten Ergebnisse ab“, verdeutlicht der Fraktions-chef.

Themen, die Schulz am Herzen liegen sind auf Lokal-, Landes- und Bundesebene gleich: Kita-Betreuung und Flüchtlingspolitik. „Die Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass sie für ihre Kinder einen Betreuungsplatz bekommen, ohne sich Sorgen um die Finanzierung machen zu müssen“, stellt der Obertshausener heraus. Daher tritt er für eine weitgehend kostenfreie Kita-Betreuung ein. Auch eine bessere Bezahlung für Erzieherinnen sieht er als Priorität.

Schulz kritisiert außerdem das Chaos bei der Flüchtlingsaufnahme. „Die Menschen, die bereits in Deutschland sind, sollen gerecht versorgt werden. Aber die Parole ,Wir schaffen das schon’ von Frau Merkel kann ich nicht unterschreiben. Den Bug der Flüchtlingswelle haben wir selbst produziert.“ Schulz wünscht sich eine offene Diskussion, auch über Ängste. Er betont jedoch, dass diese Denkweise nicht als rechte Position missverstanden werden soll. „Wir sind nicht die Alternative für Deutschland. Wir vereinfachen nicht, wir stellen uns der Komplexität des Themas.“ Als Ziele sieht Schulz mehr bezahlbaren Wohnraum – auch in Oberts-hausen und nicht nur für Flüchtlinge. Und die Bekanntheit der Freien Wähler: „Ziel ist, uns sichtbar zu machen. Wir werden gern übersehen. Nicht auf kommunaler, aber auf Landesebene“. (eml)

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