Wiesbaden - Der Plan klingt so attraktiv wie logisch. Die Lust am Lernen beginnt eben nicht erst mit der Schultüte, sondern schon viel früher. Und das muss für später genutzt werden, weiß die Wissenschaft. Die FREIE WÄHLER Hessen nehmen diese Erkenntnisse ernst und fordern, dass Eltern nicht mehr für den Kindergartenplatz ihres Sprösslings bezahlen müssen.Die Partei hat ein Volksbegehren auf den Weg gebracht, das auf mehrere Säulen ruht: Bildung, Integration und Finanzen. Hessen sei neben Bayern und Baden-Württemberg ein Geberland, erläutert der stv. Landesvorsitzende der FREIE WÄHLER Engin Eroglu bei einer Pressekonferenz in Wiesbaden. Durch Umverteilungen im Haushalt und den Umbau der Verwaltungsstrukturen in Hessen -Abschaffung der Regierungspräsidien- sei es durchaus möglich, die Erzieherinnen und Erzieher zu übernehmen. 
In Hamburg und Rheinland-Pfalz tragen die Länder bereits die Kosten, führt Rudolf Schulz, Landesvorsitzende als Vorbilder an. Die Kassen von Kommunen oder Kreis können - wie bei den Schulen - die Verwaltung der Gebäude behalten.
"In Hessen sind die Zuschüsse zu den Kita-Gebühren der Eltern in fast jeder Gemeinde der größte Haushaltsposten", mahnt der Politiker, die Betreuung sei defizitär, viele Kommunen verschulden sich nur deswegen. Die Bundesregierung habe einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren verankert. Das sei nur sinnvoll, wenn dadurch keine Kosten verbunden sind.
 
Gerade für Kinder sozial schwacher Familien oder mit Migrationshintergrund sei der Kindergarten für die Integration von hoher Bedeutung. Denn Lebenserfahrung werde heute nicht mehr auf dem Hof oder auf der Straße gesammelt, argumentiert Eroglu. "Wir brauchen eine einheitliche Bildung, damit die Mädchen und Jungen mit gleichen Voraussetzungen eingeschult werden können", lautet eine weitere Begründung der Freien Wähler. "Es darf in Deutschland keinen Anreiz geben, Kinder nicht in den Kindergarten zu schicken", fordert der Landeschef.
 
Wer die Forderung "Kita frei" unterstützen möchte, findet vorgesehene Formular im Internet. Unter der Adresse www.kitafrei.de können Interessiert mitdiskutieren, kommentieren und kommunizieren. Werden bis zum Dezember 2016
87 000 Unterschriften wahlberechtigter Hessen vorgelegt, wird den Volksentscheid über gebührenfreie Kitas eingeleitet. (pro)